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Etappe 2 des HW40

03.05.2018 Tourenberichte

Heute erzähle ich dir von meiner zweiten Etappe auf dem HW40. Wie du das bereits kennst, wirst du in diesem Artikel erfahren, wie diese Etappe verläuft, welche Besonderheiten es gibt, was mich überrascht hat und was mir nicht gefallen hat. Außerdem war ich nicht allein unterwegs und was das alles mit einer sinnvollen Tourenplanung zu tun hat, erfährst du in diesem Artikel.

Bild
Aussichtsbank in den Feldern vor Aglasterhausen

Das übliche Vorgeplänkel

Auch in diesem Tourenbericht möchte ich zunächst verdeutlichen, dass dies meine Erfahrungen bzw. auch Bewertungen sind, von denen ich hier schreibe. Diese entstehen natürlich aus Kategorisierungen, die ich für mich im Vorfeld festgelegt habe um einen Weg zu beurteilen.

Dies gilt natürlich einerseits für die Tour an sich und andererseits auch für meine Tourenberichte, denn sowohl die Erfahrungen, wie auch die Kriterien, die ich dafür im Vorfeld festgelegt hatte, sind unglaublich subjektiv.

Dies könnte also dazu führen, dass du diesen Weg ganz anders erlebst, als ich das getan habe. Auch war ich dieses Mal nicht allein unterwegs, sondern wurde von Patrick begleitet. Dies führt selbstverständlich zusätzlich zu einer anderen Wahrnehmung auf dem Weg.

Wichtig ist mir wieder prinzipiell nur eines: Ich möchte nicht, dass du mir einfach glaubst!
Ich möchte dich erneut lieber mit diesem Bericht dazu animieren den Weg selbst zu gehen und dir ein eigenes Bild von ihm zu machen.

So, nun ist dann auch wieder genug des Vorgeplänkels und ich beginne mit dem Tourenbericht.

Etappenplanung

Da ich während der ersten Etappe auf dem HW40 festgestellt hatte, dass ich noch den ein oder anderen Kilometer hätte mehr laufen können, hatte ich mir für diese Etappe vorgenommen etwas weiter zu wandern. Da ich grundsätzlich mit dem ÖPNV An- und Abreise, war zudem das Kriterium vorgegeben, dass die Etappe an einem Ort enden sollte, von dem man entspannt die Rückreise antreten kann.

Ich beschloss daher, dass diese Etappe eine Strecke von 23km umfassen würde und mich vom letzten Etappenziel, der Klosterkirche in Lobenfeld, bis zur Neckarbrücke in Neckarelz bringen sollte. Da sich dieses Mal mein Kollege Patrick der Wanderung anschloss, entpuppte sich diese Planung im Nachhinein doch eher als etwas suboptimal. Dazu aber später mehr.

Die Daten zur Etappe, also Start- und Endpunkt, sowie die Kilometerangaben, entnahm ich erneut der Wegbeschreibung auf der Internetseite outdooractive.com, auf der ich auch bereits die erste Etappe festgelegt hatte. Den Link zu dieser Seite und weitere weiterführende Ressourcen findest du wie gewohnt unterhalb des Tourenberichts.

Voller Vorfreude überprüften wir jeden Tag, wie das Wetter am Wochenende sein würde. Währenddessen stellten wir mehr und mehr fest, dass es, je näher unser Wandertermin rückte, immer unwahrscheinlicher wurde, dass wir die Tour tatsächlich hätten laufen können. 

Die spontane Rückkehr des Winters und eines damit verbundenen starken Schneetreibens im Naturpark Neckartal Odenwald, bremste uns hierbei deutlich aus. Da wir kein Risiko eingehen wollten, verschoben wir die Wanderung auf das darauffolgende Wochenende.

Schon bei der Anreise stellten wir fest, dass dies kein Fehler war, denn wir hätten es nicht besser treffen können. Es herrschte absolut perfektes Wanderwetter.

Der Tourenverlauf

Klosterkirche Lobenfeld

Ausgangspunkt der heutigen Tour war, wie bereits oben erwähnt, die Klosterkirche in Lobenfeld. Von dort aus führt der Weg ein kleines Stück durch die Ortschaft Lobenfeld in die Richtung eines Fußballplatzes. Diesen heißt es zu passieren, um in einem Waldstückchen über eine Treppe, die weiter oben liegenden Felder zu erreichen.

An dieser Stelle merkt man sehr schnell, dass man gerne etwas mehr Ausdauer zur Verfügung hätte, denn es sind einige Treppenstufen zu überwinden. Sobald jedoch das obere Ende der Treppe erreicht ist, kann man einen wunderschönen Blick zurück auf das Kloster in Lobenfeld erhaschen.

Nachdem man Lobenfeld hinter sich gelassen hat, leitet einen der Weg, vorbei an einem Gestüt, über die Felder in Richtung der Ortschaft Spechbach, die man sehr schnell durchquert hat. Hier verläuft der Weg dann, erneut an einem Gestüt vorbei, in einem Wechsel zwischen Feld- und Waldrandweg, entlang zur Ortschaft Epfenbach.

Hier legten wir nach einer Strecke von etwa 4,5 Kilometern unsere erste kleine Rast ein, um damit unsere Konzentration auf den Weg zu verlieren. Offiziell verläuft der Weg in Epfenbach nämlich an einer Kirche vorbei, für uns jedoch begann hier eine kleine Exkursion zum Rand des Örtchens, da wir die Beschilderung des Weges aus den Augen verloren hatten.

Nachdem wir dies festgestellt hatten, fanden wir allerdings zügig zurück auf den richtigen Weg und setzten unsere Tour in Richtung Aglasterhausen fort. Hier verläuft der Weg primär über die Felder des Naturparks Neckartal-Odenwald, streift jedoch immer mal wieder ein Wäldchen, welche es ab und an auch zu passieren gilt.

Was uns auf diesem Teilstück der Etappe am meisten überrascht hat ist, dass der Weg sehr oft einen unvorhersehbaren Verlauf genommen hat. Auf die Annahme, dass man auf dem festen Weg am Waldrand verbleibt, folgt die Erkenntnis, dass man sich doch über einen ziemlich vermatschten Weg kämpfen darf. Diese Anstrengungen wurden jedoch immer wieder belohnt, wie in diesem Fall durch die Querung eines idyllischen Bachlaufs.

Nach der Querung des Wartschaftsbachs, verläuft der Weg über klassische Feldwege, auf denen wir erneuteinigen Matschstellen entgegentreten mussten, was unser Vorankommen deutlich verlangsamte. Dennoch ist auch dieser Teilabschnitt des Weges erneut sehr idyllisch, wodurch sich auch recht schnell ein entspanntes Gefühl der Weite einstellt.

Überraschenderweise trafen wir hier auf einige Rehe, die jedoch, aufgeschreckt durch unsere vermutlich zu laute Unterhaltung, schnell über die weiten Felder davonsprangen.

Blick auf Aglasterhausen

Im weiteren Verlauf bleibt der Weg seiner Linie der Abwechslung zwischen Feld-, Wiesen und Waldwegen treu und führt schließlich auf die Felder vor Aglasterhausen. Dort lädt eine Bank (zu erkennen auf dem Titelbild dieses Artikels) zum Verweilen und Träumen ein.

Trotz des schönen Wetters, lagen die Temperaturen noch nicht in einem frühlingshaften Bereich, so dass wir an dieser Stelle nur einen kurzen Aufenthalt einlegten um ein paar Schnappschüsse zu machen und darüber zu sinnieren, wie schön es hier wohl bei höheren Temperaturen sein würde.

Wir beschlossen, dass ein weiterer Besuch in den wärmeren Monaten sicher reizvoll wäre.

In Aglasterhausen angekommen, wurden wir vor die Wahl gestellt, ob wir den geplanten Weg weiterverfolgen, oder ob wir unser Etappenziel vorverlegen wollten, da uns der Weg, unter anderem durch die Matschwanderungen, bisher doch mehr abverlangt hatte, als wir gedacht hatten.

Wir durchquerten Aglasterhausen und unterhielten uns darüber, wie wir weiter vorgehen wollten, um nach einer kurzen Verschnaufpause dann zu entscheiden, dass wir den Weg durchziehen würden. 

Gefühlt lief uns allerdings die Zeit davon, bis die Sonne untergehen sollte, weswegen wir uns ab diesem Punkt deutlich sputen wollten. So ließen wir Aglasterhausen und auch den Nachbarort Daudenzell recht zügig hinter uns und wurden erneut vom Weg überrascht. 

Am Ortsrand von Daudenzell verläuft der Weg nicht etwa auf einem Bewirtschaftungspfad durch die Felder weiter Richtung Neckarelz. Der Weg biegt hier stattdessen, erneut an einem Sportplatz, spontan rechts ab. Hier ist eine kurze aber knackige Steigung zu überwinden, die uns erneut ins Grübeln kommen lässt, ob wir den Weg bis Neckarelz durchhalten würden.

Da wir mittlerweile den Weg jedoch ein wenig besser kennen, wissen wir natürlich schon, dass auch diese Strapazen belohnt werden und so bot sich uns ein tolles Panorama des Naturparks.

Panorama Naturpark Neckartal-Odenwald

Kurze Zeit nach dem Belohnungspanorama erreicht man eine Bank, auf der sich eine letzte Rast vor der finalen Strecke über den Ortsrand Obrigheims zur Neckarbrücke Neckarelz anbietet. Diese Gelegenheit ließen auch wir, trotz des vermeintlichen Zeitdrucks, nicht aus und nutzten diese ausgiebig.

Die Vorzüge ab und an über die Schulter zurück zu schauen, um einen besonderen Blick auf den Weg zu erhalten, hatte ich bereits während der ersten Etappe entdeckt. An dieser Stelle geschieht dies quasi durch eine Rast automatisch, denn diese wird durch ein weiteres wundervolles Panorama des Naturparks untermalt.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, führte uns der Weg erneut an einem Waldrand entlang, wo wir auf einen weiteren, für uns völlig deplatzierten, Sportplatz trafen. Bis heute wundern wir uns über den Sinn und Zweck dieser Anlage und können uns nicht erklären, wieso man einen Sportplatz an dieser Stelle errichtet.

Aussicht nach dem Technologiepark
Aussicht nach dem Technologiepark

Vermutlich gehört dieser zur Gemeinde Asbach und ist immerhin mit dem Bus zu erreichen, denn die Bushaltestelle des nahen Technologieparks ist nur wenige Gehminuten entfernt. Hier gilt es auch die Mosbacher Straße, die glücklicherweise nicht sehr stark befahren war, zu queren, um besagten Technologiepark rechter Hand hinter sich zu lassen.

An dieser Stelle ist auch die letzte Steigung zu nehmen und der Weg führt ab dort nur noch bergab hinab ins Neckartal. Auch die letzte Steigung belohnt der Weg erneut mit einer wunderschönen Aussicht. Die Bank, die hier zum Verweilen einlädt zieht uns dieses Mal jedoch nicht in ihren Bann, da wir mittlerweile so weit waren, dass wir den restlichen Weg nur noch irgendwie hinter uns bringen wollten.

Das restliche Teilstück des Weges führt an einem nicht ganz so schönen Rastplatz der B292 vorbei. Sobald man diesen zurückgelassen hat, findet man sich in einem Waldstück wieder, welches einen hinab durch das Quendeltal nach Obrigheim führt. 

Etwa 3 Kilometer vor dem Etappenziel, passiert man noch eine kleine Anlage, auf der sich einige Hühner, Perlhühner und ein stolzer Hahn befinden. Dieses Schauspiel kostete uns erneut etwas Zeit, denn wir ließen uns von den prachtvollen Tieren verzaubern.

Letztlich schafften wir es jedoch, kurz bevor es dunkel wurde, den letzten Abschnitt durch Obrigheim zu erwandern und unser Etappenziel, die Neckarbrücke in Neckarelz, zu erreichen.

Wie haben wir uns zurechtgefunden?

Wie auch während der ersten Etappe ist die Beschilderung des Weges auf dem zweiten Abschnitt absolut lückenlos. Man findet sich schnell zurecht, vorausgesetzt man setzt den Weg auch nach Pausen konzentriert fort.

Unser Abstecher durch Epfenbach resultierte eben genau daraus, dass wir unkonzentriert und unaufmerksam durch die Ortschaft zogen. Bei einem genaueren Blick wäre uns sofort aufgefallen, wo der Weg entlanggeführt wird.

Nach einer kurzen Erklärung, auf was es bei der Beschilderung zu achten gilt, war Patrick, trotz der Tatsache, dass er Wanderwegbeschilderungen noch nie gefolgt war, absolut in der Lage sich sehr schnell zurecht zu finden.

Auch diese Tatsache zeugt von einer hervorragenden Infrastruktur des Weges.

Was überraschend war

Erneut überrascht der Weg mit seiner Abwechslung in der Art der Wege. Dieses Mal überrascht er aber auch in der Unvorhersehbarkeit der Wegführung. Dies macht den Weg zwar ein wenig anspruchsvoller, als wenn man dem "logischen" Pfad folgen würde, belohnt einen aber immer wieder mit tollen Panoramen, idyllischen Wegabschnitten, Begegnungen mit der Tierwelt und merkwürdig deplatziert wirkenden Sportplätzen.

Wie ich bereits im Artikel zur ersten Etappe geschrieben hatte, setzt sich hier mein Eindruck fort, dass dieser Weg bewusst sehr abwechslungsreich und überraschend angelegt wurde.

Begegnung mit der Tierwelt

Wie auch auf der ersten Etappe trifft man hier und dort auf die einheimische Tierwelt. Das und die Idylle auf den Wegen sind für mich ein hochgradiges Element der Freude. Ich hoffe, dass ich noch einigen dieser Erlebnisse (aber bitte nicht noch einer Begegnung mit einem Wildschwein) beiwohnen darf.

Was mir nicht gefallen hat

In diesem Abschnitt möchte ich nicht viel schreiben, denn an und für sich war das Erlebnis des Weges eine sehr schöne Erfahrung für uns beide. Außerdem betrifft das, was mir nicht gefallen hat nicht den Weg an sich, sondern eher das Verhalten mancher Menschen.

Das was mir nämlich überhaupt nicht gefallen hat, war der Abstecher über den Parkplatz/Rastplatz an der B292. Je näher man diesem kam umso vermüllter war die Gegend. Hier stellt sich einem schlicht und ergreifend die Frage nach dem gesunden Menschenverstand von manchen Menschen.

Es ist einfach traurig wie der Mensch an manchen Stellen schadhaft in die Natur eingreift und das trotz der Bitte vor Ort, seinen Müll ordentlich zu entsorgen. Ich kann hierzu nur den Kopf schütteln.

Kurzzusammenfassung für lesefaule Abenteuerer

Wegdaten

Wegname: HW 40
Etappe: Lobenfeld - Spechbach - Epfenbach - Aglasterhausen - Obrigheim - Neckarelz
Betreut durch: Odenwaldklub e.V.
Start: Klosterkirche Lobenfeld
Ziel: Neckarbrücke Neckarelz
Einkaufsmöglichkeiten: Ein Supermarkt 100 Meter vor dem Etappenziel

Metrische Daten

Gesamtlänge: 68,9 Kilometer
Länge der Etappe: 23 Kilometer
Tiefster Punkt 134 Meter ü. NN
Höchster Punkt 298 Meter ü. NN

Zusatzinformationen

Kinderwagen/Rollstuhl geeignet? Nein
Schwierigkeit Mittel

Persönliche Wertung

Erlebnis: 4/5
Landschaft: 4/5
Wegstruktur: 3/5
Beschilderung: 5/5
Gesamtpunktzahl: 4/5

Fazit

Auch dieses Mal bin ich, wenn auch sehr erschöpft, erneut begeistert vom HW40 zurückgekehrt. Das Bild, dass sich mir schon während meiner ersten Etappe geboten hatte, wurde mit Bravour bestätigt und sogar zum Teil übertroffen.

Besonders gefallen hat mir die Begegnung mit den Rehen und dem Kleiber, denn als Stadtkind sehe ich derlei Tiere nicht jeden Tag und kann mich somit sehr daran erfreuen.

Abenteuerlich waren die Matschläufe, die vermutlich zu einer späteren Jahreszeit ausbleiben. Bei mir haben diese zu einem Abzug in der Wegstruktur geführt, da es doch ziemlich beschwerlich war. 

Durch die ganzen Belohnungen nach solchen Strapazen konnte der Weg allerdings beim Erlebnisfaktor für mich einen Zuwachs verzeichnen.

Abschließend war diese Tour für mich auch ein großes Lernfeld, denn ich hatte die Tour ursprünglich für mich alleine vorgesehen. Durch den spontanen Anschluss von Patrick hätte ich die Tour umplanen müssen, um auch ihm gerecht zu werden, da er quasi noch ein Wanderneuling ist. Letztlich führte das dazu, dass das letzte Teilstück nicht so recht genossen werden konnte, was dem tollen Weg so nicht gerecht wird. 

Wie heißt es doch so schön: Man lernt nie aus!

Ich hoffe, dir hat das Lesen des Tourenberichts zur zweiten Etappe des HW40 genau so viel Freude bereitet, wie uns als wir ihn gegangen sind.

Abschließend, wie du das von mir gewohnt bist, folgt nun noch mein obligatorisches Ende.

Und bitte nicht vergessen: Fernweh ist auch in der Nähe stillbar!

Dein Heimatnomade

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