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Etappe 1 des HW40

29.03.2018 Tourenberichte

Im heutigen Artikel möchte ich dir von meiner ersten Etappe auf dem HW 40 erzählen und weshalb ich mich nun doch gegen den Neckarsteig als erste offizielle Heimatnomaden-Wanderung entschieden habe. All das und natürlich auch wie es mir ergangen ist und wie es mir gefallen hat, erfährst du in diesem Artikel.

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Winterlicher Wald - Heidelberg-Boxberg

Ein bisschen Vorgeplänkel

Bevor ich nun mit meinem Tourenbericht beginne, möchte ich zunächst verdeutlichen, dass dies meine Erfahrungen bzw. auch Bewertungen sind, von denen ich hier schreibe. Diese entstehen natürlich aus Kategorisierungen, die ich für mich im Vorfeld festgelegt habe um einen Weg zu beurteilen.

Dies gilt natürlich einerseits für die Tour an sich und andererseits auch für meine Tourenberichte, denn sowohl die Erfahrungen, wie auch die Kriterien, die ich dafür im Vorfeld festgelegt hatte, sind unglaublich subjektiv.

Diese könnte also dazu führen, dass du diesen Weg ganz anders erlebst, als ich das getan habe.

Wichtig hierbei ist mir prinzipiell aber nur eines: Ich möchte nicht, dass du mir einfach glaubst!
Ich möchte dich lieber mit meinem Bericht dazu animieren den Weg selbst einmal zu gehen und dir ein eigenes Bild von ihm zu machen.

So, nun ist dann auch mal genug des Vorgeplänkels und ich beginne mit meinem ersten Tourenbericht.

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Wandersymbol des HW40 - Kühler Grund, Heidelberg-Rohrbach

Warum ich diesen Weg laufe

Tja, das ist eine relativ einfache Erklärung. Wie du vielleicht im Prolog des Dauerwandertagebuchs gelesen hast, bin ich nicht so begeistert von der ersten Etappe des Neckarsteigs gewesen.

Ich habe ziemlich mit mir gerungen, ob ich die erste Etappe des Neckarsteigs, als offiziell erste Heimatnomaden-Tour, wirklich noch einmal gehen sollte. Eine Alternative bot sich mir nämlich quasi vor meiner Haustür an, denn dort hatte ich ein Wandersymbol, ein grünes Plus auf weißem Grund, entdeckt.

Da für das Wochenende um den 25.02.18 kaltes, aber sonniges Wetter vorher gesagt war, entschied ich mich diesem Weg vor meiner Haustür einfach einmal zu folgen und herauszufinden, wo er mich hinbringen würde.

Mein erstes Ziel

Nach einer kurzen Recherche hatte ich herausgefunden, dass das grüne Plus auf weißem Grund das Wandersymbol des Hauptwanderwegs 40 (HW40) ist, der vom Odenwaldklub betreut wird und nach einer kurzen weiteren Recherche fand ich den gesamten Weg auf Outdooractive und konnte so meine Etappen planen.

Da der Weg eine Gesamtlänge von etwas mehr als 60 Kilometern hat, war natürlich von vornherein für mich klar, dass ich diesen Etappenweise gehen will.

Da ich mich nicht übernehmen wollte, hatte ich festgelegt, dass die knapp 18 km vom Startpunkt am Bahnhof Heidelberg-Kirchheim/Rohrbach bis zur Klosterkirche Lobenfeld, der ersten eingezeichneten Sehenswürdigkeit auf Outdooractive, für meine erste Etappe, aufgrund meiner bisherigen Wandererfahrungen, ideal wären.

Wie verläuft die Etappe?

Gestartet bin ich am Bahnhof Heidelberg-Kirchheim/Rohrbach, dem offiziellen westlichen Startpunkt des HW 40.

Der Weg führt vom Start an über die Heinrich-Fuchs-Straße, die Rathausstraße und den Kühlen Grund durch den Heidelberger Stadtteil Rohrbach hindurch und schließlich zum Stadtteil Boxberg hinauf. Dort taucht der Weg schließlich auf der Höhe des Fernheizwerks in den Heidelberger Stadtwald hinein.

Dieser Part ist von einem recht knackigen Anstieg geprägt, weswegen ich immer mal wieder eine kleine Verschnaufpause einlegen musste. Während einer dieser Pausen kurz oberhalb des Kühlen Grunds blickte ich mich um und entdeckte keine 30 Minuten nach dem Start, dass sich sogar hinter einem Blick über die Schulter eine wunderschöne Aussicht verstecken kann.

Nachdem ich die erste große Steigung erklommen hatte und im Stadtwald angekommen war, wurde ich direkt von einem Specht empfangen. Dieses Aufeinandertreffen machte mich in diesem Moment unfassbar glücklich, denn sowohl der Aufstieg, wie auch die Entscheidung für den HW40, hatte sich an dieser Stelle für mich bereits mehr als gelohnt.

Auch die restliche Steigung in Richtung des Parkplatzes „Drei Eichen“ konnte ich, wenn auch etwas abenteuerlich, meistern und der Weg führte mich im Anschluss daran über einen relativ ebenen Abschnitt weiter in Richtung einer Sehenswürdigkeit, die es nicht auf Outdooractive geschafft hat. Die Rede ist hier vom Aussichtspunkt Posseltslust, dessen Turm leider zum Zeitpunkt meiner Tour noch nicht zum betreten freigegeben war.

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Aussichtspunkt Posseltslust - Heidelberg

Übrigens: Solltest du dir den Aufstieg über den Boxberg sparen wollen, kannst du diesen Punkt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen und von hier deine Tour starten. Die Haltestelle ist nach dem Aussichtspunkt, also Posseltslust, benannt und wird von der Buslinie 39, die zum Beispiel am Bismarckplatz in Heidelberg abfährt, stündlich angefahren.

Nachdem ich die Posseltslust passiert hatte, führte mich der Weg über eine Streuobstwiese weiter in Richtung Bammental und tauchte dort auch bald wieder in den Wald hinein ab. Etwa eine halbe Stunde Fußmarsch nach dem Aussichtspunkt traf ich auf eine Schutzhütte, die mich zu einer kurzen Rast einlud. Dort konnte ich auch noch einmal mein am Körper getragenes Equipment optimieren, da es zwischenzeitlich etwas kühler geworden war.

Der Weg schlängelte sich dann, von der Hütte ab, nach und nach den Berg wieder hinab. Die Ruhe und Idylle wurde auf diesem Abschnitt durch einen Bachlauf, der zeitweise zu hören und später zu sehen war, untermalt.

Es handelt sich hierbei wohl um den Krebsbach, der schließlich in den Weihwiesenbach mündet. In diesem Abschnitt des Weges treffe ich außerdem auf einen offenen Unterstand, an dem sich an einem windstilleren und wärmeren Tag sicher auch eine Rast anbieten kann. Das Besondere an diesem Unterstand ist, dass er direkt an einer Stelle steht, an dem die Bäche ineinanderfließen.

Nach dem Verlassen des Waldes war ein kurzer Marsch durch die Gemeinde Bammental angesagt. Hier führt der Weg auch an der S-Bahn-Station Bammental vorbei, weshalb sich diese Ortschaft auch als Start- oder Endpunkt einer Etappe anbietet.

Im Anschluss an die Überquerung der Elsenz folgt erneut ein kurzer Aufstieg in ein kleines Waldstück hinein, das zwischen den Ortschaften Bammental und Wiesenbach liegt. Auch hier hat sich für mich wieder ein Blick über die Schulter gelohnt, denn es bot sich mir ein schönes Panorama der Gemeinde Bammental, welches ich auch im Artikel „Die Galerie stellt sich vor“ gezeigt habe.

In Wiesenbach angekommen, verläuft der HW 40 dann einmal vollständig, direkt am Biddersbach entlang, durch die Ortschaft hindurch, bis der Weg am Ortsrand bei einer Kapelle erneut in ein Waldstück eintaucht.

Randnotiz: In Wiesenbach treffen sich der HW40 und der HW13, der dort beginnt. Letzteren werde ich im Zuge dieses Blogprojekts sicher ebenfalls begehen.

Genau in der Mitte dieses Wäldchens, also etwa 20 Minuten nach dem man Wiesenbach verlassen hat und etwa 20 Minuten bevor man es auf die Felder Richtung Lobenfeld verlässt, ist eine Hütte erreicht. Diese ist jedoch leider verschlossen und bietet sich daher nur bedingt für eine Rast an.

Über die Felder hinweg habe ich dann nach weiteren knappen 20 Minuten, bei mittlerweile eiskalt pfeifendem Wind, mein Etappenziel, die Klosterkirche von Lobenfeld, erreicht.

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Etappenziel Klosterkirche - Lobenfeld

Wie habe ich mich zurechtgefunden?

Der Weg ist auf allen Teilen meiner ersten Etappe wunderbar beschildert. Jedoch sollte hier gesagt sein, dass das Wandersymbol nicht immer ein grünes Plus auf einem weißen Untergrund war.

Vor einiger Zeit war das Symbol ein weißes Plus auf schwarzem Hintergrund, so dass man häufig lediglich auf ein weißes Plus zum Beispiel auf einem Baumstamm stößt. Dies im Hinterkopf zu behalten ist daher sicher nicht verkehrt.

Was mich überrascht hat

Da ich ohne große Erwartungen an diesen Weg herangegangen bin, hat mich in hohem Maße überrascht, wie abwechslungsreich dieser Weg ist.

So führt der Weg durch Städte und Gemeinden, durch Waldstücke und über Wiesen und Felder. Ich hatte somit nicht das Gefühl eine Landschafts- oder Wege-Art sei über allen Maßen vertreten, wie es mir beim Neckarsteig erging, wo ich ausschließlich durch den Wald gewandert bin.

Auch überrascht war ich über die Schönheit des Naturparks Neckartal-Odenwald, der ich mir, bis zu diesem Zeitpunkt, nicht bewusst war.

Als kleiner Spoiler soll hier erwähnt sein, dass ich mittlerweile auch bereits die zweite Etappe hinter mir habe und sich dieses Bild weiterhin bestätigt hat. Dazu aber zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

Absperrung des Weges - Drei Eichen, Heidelberg

Was mir nicht gefallen hat

Durch Forstarbeiten im Heidelberger Stadtwald kurz vor dem Parkplatz „Drei Eichen“ und bei Bammental boten leider manche Wegpassagen ein trauriges Bild, aufgrund der Masse an gefällten Bäumen. Diese Teilstrecken hatte man glücklicherweise jedoch recht schnell hinter sich gelassen.

Bedenklich fand ich allerdings, dass der obere Abschnitt im Heidelberger Stadtwald, aufgrund von Lebensgefahr durch Forstarbeiten, abgesperrt war. Am unteren Ende wurde dies leider nicht gekennzeichnet, weswegen eine nicht ganz ungefährliche Kletterpartie über Stock und Stein stattfinden musste.

Hier hätte ich mir ebenfalls eine Kennzeichnung im unteren Abschnitt des Weges oder sogar eine Umleitung gewünscht.

Kurzzusammenfassung für Lesefaule Abenteurer

Wegdaten

Wegname: HW 40
Etappe: Heidelberg - Bammental - Wiesenbach - Lobenfeld
Betreut durch: Odenwaldklub e.V.
Start: Bahnhof Heidelberg Kirchheim/Rohrbach
Ziel: Klosterkirche Lobenfeld
Einkaufsmöglichkeiten: Ein Supermarkt 100 Meter nach dem Start

Metrische Daten

Gesamtlänge: 68,9 Kilometer
Länge der Etappe: 18,3 Kilometer
Tiefster Punkt 107 Meter ü. NN
Höchster Punkt 481 Meter ü. NN

Zusatzinformationen

Kinderwagen/Rollstuhl geeignet? Nein
Schwierigkeit Mittel

Persönliche Wertung

Erlebnis: 4/5
Landschaft: 3/5
Wegstruktur: 4/5
Beschilderung: 5/5
Gesamtpunktzahl: 4/5

Fazit

Alles in allem bin ich absolut begeistert über den HW40, da er bereits auf der ersten Etappe beweist, dass er sehr abwechslungsreich sein kann.

Allein der Teilabschnitt durch Wiesenbach bis nach Lobenfeld hat mir einige Dinge zum bestaunen geboten. Auch für den Hobbyfotografen gibt es tolle Plätze an denen die Erinnerungen fotografisch festgehalten werden können.

Die Krönung für mich war aber definitiv die Begegnung mit dem Specht, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Diese Begegnung hat mich mit Sicherheit eine viertel Stunde Wanderzeit gekostet, da ich nicht anders konnte als dort zu verharren und den Specht einfach zu beobachten. Eine wirklich tolle Erfahrung!

Und so bleibt mir wie immer nur noch eine kleine Sache zu sagen.

Fernweh ist auch in der Nähe stillbar!
Passt auf euch auf. Lasst euch nicht ärgern. Ciao!

Dein Heimatnomade

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Comments (1)

  • Mel
    Mel
    at 02.04.2018
    Hallo Holler,
    das macht echt Spaß zu lesen :)
    Gruß Mel S

    Heimatnomade: Vielen Dank! Freut mich, dass es gefällt. :)

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