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Wie du dich optimal auf eine Tour vorbereitest

15.03.2018 Tipps, Tricks und Guides

Für meine erste Wanderung war ich bekanntermaßen nicht besonders gut vorbereitet. Seitdem habe ich jedoch einiges dazugelernt und einige weitere Erfahrungen sammeln dürfen. Diese haben mich zum heutigen Artikel inspiriert, denn ich habe mir ein paar Gedanken zur optimalen Vorbereitung einer Wanderung bzw. Tagestour gemacht, welche ich im heutigen Artikel mit dir teilen möchte.

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Eine grüne Idylle - Auf dem Weg zur St. Anna Kapelle - Steinsberg, Weiler

Wenn ich so an meine erste Tour zurückdenke, kommt mir immer wieder in den Sinn, dass ich aus heutiger Sicht wirklich nicht gut für eine Wanderung dieser Art vorbereitet war.

Ich hatte keine Ahnung, wo der Weg lang geht.
In meinen Rucksack hatte ich weder Proviant zum essen noch Wasser eingepackt.
Meine Kleidung war allenfalls für die Stadt okay, aber ziemlich ungeeignet für ein Outdoorabenteuer.
Und von der Kondition bzw. der Selbsteinschätzung will ich hier mal gar nicht sprechen.

Hätte das Ganze in einem Film stattgefunden, hätte ich mir wohl folgendes anhören dürfen:

Viel zu lernen du noch hast.
Jedimeister Yoda

Diese Aussage wäre zum damaligen Zeitpunkt absolut richtig gewesen, aber glücklicherweise hätte ich mir die folgende nicht auch noch anhören müssen:

Unmöglich immer alles für dich ist.
ebenfalls Jedimeister Yoda

Diese Aussage wäre tatsächlich einfach an mir abgeprallt, denn ich war immerhin 10 Stunden suboptimal unterwegs und habe einen meiner schönsten Tage der jüngeren Vergangenheit erlebt. Damit beenden wir dann aber mal schnell das ganze Jedi-Eso-Zeug und kommen zum Kernthema des Artikels.

Aus heutiger Sicht muss ich nämlich ganz klar zugeben, dass es schlicht einfacher geht, weswegen ich diesen Artikel schreibe. Ich habe seit meiner ersten Tour einige weitere Erfahrungen sammeln dürfen und dadurch auch einige Dinge gelernt, die das Wandererleben eben einfacher machen können. 

Da ich dir versprochen habe, dass ich solche Erfahrungen mit dir teilen möchte, habe ich mir das heute zur Aufgabe gemacht.

Um ehrlich zu sein sind einige der heute genannten Punkte auch die Dinge, die ich trotz des mittlerweile angeeigneten Wissens, immer noch das ein oder andere Mal vor meinen Touren vergesse, weswegen ich mir also gedacht habe, dass ich diese Punkte wie eine Art Checkliste für uns beide verewigen will. So kannst du (und auch ich) vor einer anstehenden Tour immer wieder darauf zurückgreifen und es wird nichts mehr in Vergessenheit geraten.

Ebenfalls gedacht habe ich mir, dass ich das Ganze zeitlich einordnen will und ab etwa einer Woche vor der Tour starten möchte, um das Ganze etwas übersichtlicher zu gestalten. Also los geht´s!

Ab etwa einer Woche vor der Tour

Eine Hirschtalg-Kur machen

Wenn du Schwierigkeiten mit den Füßen hast und z.B. eine Anfälligkeit für Blasen an den Tag legst, solltest du geschickter weise etwa eine Woche vor deiner Tour damit beginnen deine Füße auf die „Strapazen“ vorzubereiten.

Hier kann ich dir eine Hirschtalg-Kur empfehlen, was schlicht bedeutet, dass du dir jeden Abend, bevor du schlafen gehst, deine Füße mit einer guten Portion Hirschtalgcreme* einreibst. Ich kann dir versprechen, das wirkt wahre Wunder.

Ausgedehntere Spaziergänge

Je nachdem wie es um deine Ausdauer bestellt ist, empfiehlt es sich auch bereits ab einer Woche vor der Tour etwas körperlich aktiv zu werden und zum Beispiel ausgedehntere Spaziergänge zu absolvieren. Bestenfalls nimmst du hier auch gleich die ein oder andere kleine Steigung mit, wenn das bei dir in der Nähe möglich sein sollte. 

Das Ziel hierbei ist es einfach deinen Körper bzw. deinen Bewegungsapparat auf Betriebstemperatur für die anstehende Tour zu bringen.

Den Wetterbericht checken

Es bietet sich ebenfalls an, bereits eine Woche vorher schon einmal den Wetterbericht zu studieren. Da dieser natürlich nicht in Stein gemeißelt ist, sollte man das natürlich auch eher täglich wiederholen um zumindest eine Tendenz herauszufinden.

Ziel hierbei ist natürlich, dass man ggf. bestimmte wetterabhängige Ausrüstungsgegenstände bereits zurechtlegen und/oder vorbereiten kann. Das spart eine Menge Hektik am Packtag.

Ab etwa zwei Tagen vor der Tour

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Vorbereiten der Ausrüstung

Ausrüstung vorbereiten

Wenn wir schon bei wetterabhängiger Ausrüstung sind, können wir ja direkt mit den anderen Ausrüstungsgegenständen weitermachen. Zum einen überlegt man sich natürlich an dieser Stelle, was man für die Tour brauchen wird und was nicht.

Zum anderen sollte man auch gleichzeitig die Funktionalität der einzelnen geplanten Ausrüstungsstücke prüfen. Es gibt wenig Ärgerlicheres, als während eines Regengusses festzustellen, dass die Regenhose kaputt ist. Und da spreche ich aus Erfahrung. Das war eine zwar einseitige aber dennoch ziemlich nasse Erfahrung.

Eine grobe Tourenplanung machen

An diesem Punkt bereitest du deine geplante Tour grob vor und prägst dir ein paar markante Wegpunkte und Orte ein, an denen es dich vorbei führen wird. Es kommt immer mal wieder vor, dass Wandersymbole aufgrund von z.B. Forst- oder Bauarbeiten mal fehlen können oder der Weg vielleicht sogar an einer Stelle umgeleitet wird. Es ist also recht sinnvoll zumindest den groben Weg im Hinterkopf zu haben.

An- bzw. Abreiseplanung

Während der Tourenplanung ist natürlich auch zu klären, wo die Tour beginnt und endet und wie du da hin, bzw. auch wieder zurückkommen wirst.

Gibt es öffentlichen Nahverkehr in der Nähe? 
Gibt es einen Wanderparkplatz? 
Ist es vielleicht eine Gruppenreise mit einem Treffpunkt an einem leicht zu erreichenden Ort?

Gleichzeitig hat diese Planung noch einen weiteren Vorteil. Man kann sich einen vernünftigen Zeitrahmen für sein Vorhaben stecken. Hierbei ist jedoch auch Vorsicht geboten, denn es kann schon mal vorkommen, dass man seine Leistungsfähigkeit oder den geplanten Weg über- oder unterschätzt. Entsprechend sollte man sicherheitshalber auch Pufferzeiten einberechnen.

Kartenmaterial vorbereiten

Unabhängig davon ob du eine Wanderapp oder klassische Wanderkarten bevorzugst, solltest du dir das Kartenmaterial für deine Tour zurechtlegen bzw. herunterladen, so dass du es defintiv auf Tour griffbereit hast, solltest du es notfalls benötigen.

Gerade bei außerplanmäßigen Umleitungen ist es nicht verkehrt auf Kartenmaterial, egal in welcher Form, zurückgreifen zu können um schließlich dann auf den eigentlichen Weg zurück zu kommen.

Beginne zu träumen

Falls du das nicht ohnehin schon die ganze Zeit tust fange spätestens jetzt an zu träumen, wie du bald in der Natur unterwegs sein wirst. Das steigert nicht nur die Vorfreude, sondern auch gleich noch deine Laune. Vielleicht kannst du das ja so wie ich sogar mit einem Blick von deinem Arbeitsplatz ins Grüne krönen.

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Sehnsuchtsvolle Blicke aus dem Büro

Am Tag vor der Tour

Sage jemandem, der dir nahesteht, dass du auf Tour sein wirst

Dieser Punkt ist eines deiner Sicherheitsnetze auf Tour. Mindestens eine Person außer dir sollte wissen, dass du auf Tour bist und von wo nach wo du unterwegs sein wirst. Zur vollständigen Sicherheit könnt ihr zusätzlich vereinbaren, dass du dich nach deiner Rückkehr bei dieser Person meldest.

Das Ziel hierbei ist natürlich, dass man dir schnellstmöglich Hilfe zukommen lassen kann, wenn dir auf Tour etwas zustoßen sollte und du nicht selbst in der Lage dazu bist.

Lade deine Technik

Wenn du vorhast technische Gadgets mitzunehmen, sollten diese natürlich ausreichend geladen sein. Heute ist der späteste Tag, an dem du diese laden solltest, dass du z.B. auf deiner Tour nicht plötzlich ohne geladenen Ersatzakku deiner Kamera da stehst.

Auf Tour kann dir im Notfall eine vollgeladene Powerbank* auch noch einmal ordenltich Nachschub an Akkuleistung für deine Technik bieten.

Proviant vorbereiten

Mache dir Gedanken, was du an Proviant auf deiner Tour benötigen wirst und gehe einkaufen, falls du das, was du benötigst, gerade nicht zuhause hast. Auch den Transport des Proviants kannst du hier vorbereiten. Wenn du zum Beispiel planst einen Nussmix mit auf deine Tour zu nehmen, dir aber 250g zu viel sind, könntest du 100g in eine ZipLoc-Bag* umverpacken, so dass du Platz und Gewicht in deinem Rucksack sparst.

Packe deinen Rucksack

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es geschickter ist den Rucksack einen Tag vorher vorzubereiten und zu packen und am Tag der Tour lediglich den Proviant dazu zu packen (oder auch die vergessenen oder doch noch benötigten Ausrüstungsgegenstände).

Hintergrund ist schlicht der, dass du das Zeitfenster für deine Tour so besser einhalten kannst, denn du muss nicht noch alles zusammensuchen oder eben Zeit darauf verwenden deinen Rucksack ordentlich zu packen. Auch kannst du hierbei in aller Ruhe noch dein Gewicht optimieren, wenn du das möchtest.

Ein kleiner Tipp hier am Rande: Eine Nalgene-Flasche* ist zwar sehr hübsch, aber viel schwerer als handelsübliche Wasserflaschen. Wenn du also auf das Gewicht beim Packen achten möchtest, achte auch auf die Transportmöglichkeiten und Verpackungen für deinen Proviant.

Die zu tragende Ausrüstung bereitlegen

Das erklärt sich ja von alleine. Alles was du auf die Tour mitnehmen, aber nicht in deinen Rucksack packen wirst, legst du dir zurecht. Auch hier musst du dann am Tourtag nicht mehr auf die Suche gehen und kannst gleich loslegen.

Achte auf dein Abendessen und Getränke

Versuche nichts allzu mächtiges zu essen, denn dadurch kann es passieren, dass du nicht gut schlafen kannst und dich somit suboptimal erholst. Du solltest auch übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, da dieser dir deinen Elektrolyt-Haushalt ziemlich durcheinander bringen kann. Das kann sich auf deiner Tour schnell bemerkbar machen.

Am Tag der Tour

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Proviant

Packe den vorbereiteten Proviant ein

Logisch, oder? Sonst hätten wir es ja nicht vorbereiten müssen.

Frühstücke etwas, das dir Energie gibt

Hier gibt es ja verschieden Möglichkeiten, was man zu sich nehmen kann um energiereich in den Tag zu starten. Ich habe meist irgendwas in Richtung Vanillequark, -skyr oder -joghurt mit Sonnenblumenkernen. Das schmeckt mir richtig gut, macht mich lange satt und spendet mir ausreichend Energie um die ersten Kilometer zu schaffen, ohne an meinem Nussmix naschen zu müssen.

Ein weiterer Tipp am Rande, auf den ich von guten Freunden hingewiesen wurde. Wenn du nicht auf Nüsse beim Wandern verzichten willst, schau in die Backwarenabteilung der Supermärkte. Die Nüsse sind da zwar nicht fancy verpackt, aber günstiger. So kann man sich einen Nussmix günstiger selbst machen.

Passe dich zeitig dem Wetter und den Begebenheiten an

Hiermit ist einfach gemeint, dass du dir, wenn z.B. draußen die Sonne vom Himmel knallt, Sonnencreme aufträgst und sie die notwendige Zeit einwirken kann um optimal zu wirken. Sollte es gerade Zeckensaison sein und du willst dich auch hier mit Hilfsmitteln schützen, ist jetzt auch der Zeitpunkt diese aufzutragen.

Auch kannst du hier, bevor du deine Socken anziehst und in deine Wanderschuhe schlüpfst, noch einmal deine Füße mit Hirschtalgcreme einreiben, um einer Blasenbildung vorzubeugen.

Mache dich bereit für die Tour

An diesem Punkt nehme ich mal an, dass du bereits deine Morgenhygiene erledigt hast und auch schon angezogen bist. Dennoch will ich dir hier raten, nochmal, bevor es losgeht, auf die Toilette zu gehen. Es gibt wirklich nichts Nervigeres, als nach einer halben Stunde schon auf die Toilette gehen zu müssen.

Genieße deinen Tag

Dazu muss ich wohl nichts mehr beisteuern, außer dir viel Spaß auf deiner Tour zu wünschen!!

Fazit

An dieser Stelle möchte ich noch ein kleines Fazit ziehen, denn diese Punkte machen eine Wanderung zwar deutlich einfacher, sind aber manchmal vielleicht nicht absolut notwendig. Das ist zum Teil natürlich auch ziemlich Situationsbedingt.

Da ich das Ganze aber versucht habe sehr objektiv und ohne Randeinflüsse zusammenzustellen, tauchen einfach die Punkte auf, die mir zum Thema optimale Vorbereitung eingefallen sind und die ich persönlich als Wissenswert betrachte.

Wenn dir auch noch ein guter Punkt einfällt, lass uns doch alle daran teilhaben und ab damit in die Kommentare!

Fernweh ist auch in der Nähe stillbar!
Passt auf euch auf. Lasst euch nicht ärgern. Ciao!

Dein Heimatnomade

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